„Stolz und offen auf andere zugehen“

Am „Tolerance Day“ dreht sich auf ProSieben alles um Toleranz. Model Sara Nuru ist eines der Gesichter der Kampagne und weiß aus eigener Erfahrung, was gegen Vorurteile hilft.

Frau Nuru, was bedeutet Toleranz für Sie?

ToleranceDay_Logo

Dass wir uns gegenseitig so akzeptieren, wie wir sind. Nicht Herkunft, Hautfarbe oder Religion zählt, sondern der Charakter. Ich engagiere mich für den Tolerance Day, weil ich selbst in einem toleranten Umfeld aufgewachsen bin und weiß, wie wertvoll das ist. Aber Toleranz hängt ja auch immer von beiden Seiten ab.

Wie meinen Sie das?

Nur wer selbst auf andere zugeht, kann das Gleiche von seinen Mitmenschen erwarten. Als meine Eltern 1986 aus Afrika in der bayerischen Provinz ankamen, haben die Dorfbewohner erst schief geschaut. Weil meine Eltern aber sofort den Kontakt suchten, wurden sie in der Gemeinde schnell akzeptiert. Von ihnen habe ich gelernt, fremde Kulturen als Bereicherung zu sehen.

Sie sind als erstes farbiges Baby im Erdinger Krankenhaus zur Welt gekommen.

Zum Glück habe ich offenen Rassismus nie am eigenen Leib erfahren - mal abgesehen von ein paar dummen Sprüchen in der Schulzeit, aber die haben Brillenträger oder Rothaarige genauso zu hören bekommen. Ich habe aber auch immer versucht, stolz und offen mit meiner Herkunft umzugehen. Ein herzliches Lächeln ist manchmal das beste Rezept gegen Vorurteile.

Das heißt, Sie waren schon vor Ihrem Sieg in der Sendung „Germany’s next Topmodel“ so selbstbewusst wie heute?

Natürlich war dieser Erfolg eine tolle Bestätigung für mich. Dass ich als erstes dunkelhäutiges Mädchen gewonnen habe, war eine Sensation. Mir zeigt das auch, dass unsere Gesellschaft immer toleranter wird und eine andere Hautfarbe kein Hindernis mehr sein muss.

Sie engagieren sich für Äthiopien.

Unseren Eltern war immer sehr wichtig, dass wir unsere Wurzeln kennen. Trotzdem blieb mir dieses Land lange etwas fremd. Bei meiner Arbeit als Botschafterin der Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" helfe ich den Menschen in der Heimat meiner Familie und lerne viel über meine eigene Identität.

Voller Einsatz für Toleranz:

ProSieben steht für Vielfalt - das gilt sowohl für das TV-Programm als auch für die Menschen dahinter. Als Meinungsbildner mit großer Reichweite setzt sich der Sender auch für eine offene Gesellschaft ein - zum Beispiel mit der Kampagne "Tolerance Day".

In der großen, eigenentwickelten TV- und Internetaktion warb ProSieben einen Monat lang für ein respektvolles Miteinander. Regelmäßig ausgestrahlte TV-Spots und eine Social-Media-Kampagne verschafften dem Thema auch vor und nach dem Eventtag am 8. April Aufmerksamkeit. Mit Humor statt erhobenem Zeigefinger regte die Aktion eine junge Zielgruppe zum Nachdenken an. Motto: "Enjoy Difference. Start Tolerance". Stars wie Moderator Aiman Abdallah, Choreograf Detlef D! Soost oder Model Sara Nuru unterstützen die Aktion. Als Partner konnte ProSieben die UNESCO gewinnen. "Toleranz ist für mich die Grundlage menschlichen Miteinanders. Hier als Sendergruppe ein Zeichen setzen zu können ist mir ein elementares Bedürfnis", sagt Andreas Bartl, Vorstand TV Deutschland. Auch die Mitarbeiter engagierten sich: In Video-Statements berichteten sie im Intranet von ihrem Verständnis von Toleranz.

Model im Dauereinsatz
  • Sara Nuru wurde 1989 als Kind äthiopischer Einwanderer im bayerischen Erding geboren. Dort wuchs sie als dritte von vier Schwester auf, bevor die Familie 1999 nach München zog. Als erste dunkelhäutige Kandidatin gewann sie 2009 bei der ProSieben-Sendung "Germany's next Topmodel". Seither arbeitet Sara Nuru als Model für internationale Modelabels und Zeitschriften. Außerdem setzt sie sich als Botschafterin für die Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" ein.
  • Aufklärung, die unterhält Wie tolerant gehen wir in Deutschland wirklich miteinander um? Und wo hört Toleranz auf? Solchen Fragen näherte sich ProSieben am "Tolerance Day": So zeigte das Wissensmagazin "Galileo" eine Reportage über den Alltag von Deutschtürken und prüfte, ob Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund den Einbürgerungstest bestehen würden. Das Lifestyle-Magazin "taff " testete, wie Menschen in einer deutschen Großstadt auf eine Burkaträgerin reagieren, und interviewte Prominente mit ausländischen Wurzeln. ...
  • ... Um 20.15 Uhr beleuchtete der Spielfilm "Die Welle", wie eine Gruppendynamik in Ausgrenzung umschlägt. Anschließend wagte eine ProSieben-Dokumentation das große Experiment: Wie tolerant ist Deutschland? Ein erkennbarer Migrant und ein Deutscher verfolgen das gleiche Ziel. Sie suchen einen Mitbewohner, reisen als Anhalter oder treffen ein Mädchen zum Blind Date. "Deutschland ist toleranter, als viele behaupten. Aber es gibt noch viel Aufklärungsarbeit zu tun", bilanziert Comedian Murat Topal, Darsteller des Migranten.